Soeben ist die Fakultätsvollversammlung zuende gegangen. Staatsministerin Stange, Prorektor Fach und Powi-Institutsdirektor Bröckling debattierten mit den sehr zahlreichen Studierenden über die aktuelle Situation an der Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie. Für die Studierenden war es vorallem eine informative Veranstaltung, die einen Einblick in das Funktionieren von Hochschulpolitik gewährte, wer wen beeinflusst und wie sich Entscheidungen auf Bundesebene konkret bei den Studierenden niederschlagen. An der aktuellen Fakultätssituation zwischen Überbuchung und Lehrkräftemangel wird das aber erwartungsgemäß nichts ändern.
Die Positionen war von Anfang an klar verteilt: Prof. Bröckling argumentierte aus Sicht der Lehrenden und der Studierenden für ein Ende der Überbuchungen, man sei am Limit. Prof. Fach erklärte, sich als Prorektor für Lehre und Studium in einer “Sandwichposition” zu befinden - ein am heutigen Nachmittag überstrapaziertes Bild - und berief sich vorallem auf die kürzlich im Fakultätsrat knapp entschiedene Zustimmung zur Überbuchung (um 95 Studierende). Da könne er auch nichts machen, gegen den Dekan würde er sich nicht stellen. Dr. Stange wiederum warb im Wesentlichen um Verständnis für die getroffenen Entscheidungen und wurde nicht müde zu betonen, dass wir über den Ist-Stand glücklich sein sollten, da ohne den Hochschulpakt der Uni Leipzig eine Stellenstreichung von 84 Posten drohen würde.
Der Universität Leipzig wurde eine “Sonderrolle” attestiert, die zum Einen aus ihrer überwiegend geisteswissenschaftlichen Ausrichtung resultiert, zum anderen aus ihren vielen kleinen Fächern. Fächer, die nach der BA/MA-Umstellung nicht mehr ausgelastet sind, die man aber erhalten möchte. Dafür stehen keine gesonderten Mittel zur Verfügung. Und überbuchen könne man schließlich auch nur dort, wo Nachfrage bestehe, erklärte Prof. Fach.
Deutliche Worte sprachen die im Podium anwesenden Lehrenden und Studierenden. Prof. Meuschel von Powi betonte, man höre von der Politik seit zehn Jahren die gleichen Argumente, geändert habe sich aber nichts. Auch heute gab es keine konkreten Lösungsvorschläge, von der eventuellen Wiedereinführung des Nebenfaches abgesehen. Prof. Fach: “Es gibt viele Konzepte, aber keinen Konsens.” Ein Mitglied der Powi-Fachschaft fasste zusammen: “Wir brauchen keine warmen Worte, wir brauchen Lösungen!” und Prof. Bröckling forderte am Ende alle Fakultätsmitglieder auf, für eine Revision der Überbuchung zu kämpfen.